Chronik

Die Karnevalsgesellschaft NORIS BANATORIS e.V., die 1. Banater Karnevalsgesellschaft weltweit, wurde am 14. März 1992 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Faschingsbrauchtum der Banater Schwaben zu pflegen und aufrecht zu erhalten.

Die in Festreden so oft beschworene Integration von Aussiedlern und Einbringung des kulturellen Erbes der Deutschen aus dem Südosten haben wir in die Praxis umgesetzt. Von unseren etwa 180 Mitgliedern haben rund die Hälfte deutsche Vorfahren im Banat oder sind dort selbst geboren und die andere Hälfte sind überwiegend Franken. Das ausgeglichene Verhältnis ist aber eher zufällig zustande gekommen.

Der Name NORIS ist eine poetische Umschreibung für Nürnberg, BANATORIS ein Wortspiel, das auf das Banat hinweist. Unser Wappen stellt das vereinte Nürnberger und Banater Wappen dar. Unser Symbol ist eine Fliege (Mugge) mit Patsche, Flasche und Kussmund.  Die Vereinsfarben sind Schwarz Weiß Gold. Das Hänsel- und Gretl-Spiel (zwei Puppen, die sich auf einem schrägen Rad drehen) ziehen wir auf Faschingszügen und Veranstaltungen mit. Auf unseren Jahresorden wird immer ein banater Faschingsbrauch (z.B. Hänsel u. Gretl-Spiel, Altweibermühle, Trogscheißer....) abgebildet.

Von den Gründungsmitgliedern, Aktiven und Trainern der ersten Stunde, die wesentlich zum Aufbau des Vereins beigetragen haben, sollten folgende erwähnt bleiben: Connie Bauer, Helmut Fuss, Anni u. Richard Hell, Anni u. Josef Knapp, Alf Kührt (1. Vorsitzender), Gerda Kührt (Vizepräsidentin), Josef Lutz (2. Vorsitzender), Anita u. Kurt Meußel (Präsident), Christine Müller, Franz Ruff und Gerhard Schimkus.

Seit Jahren leisten wir in Rumänien humanitäre Hilfe. Seien es Geschenke für HIV- Kinderheime in Arad, Spielzeuge und Bücher für Kindergärten in Arad oder Inventar und PC-Ausrüstung für die Deutsche Schule in Sanktanna.

Obwohl noch jung an Jahren, sind wir im fränkischen Fasching ein Begriff geworden und waren 1998 Gastgeber der Fränkischen Narren-Nachwuchs-Sitzung mit rund 300 Teilnehmern aus 22 Vereinen.

Am 26. Juli 1998 wurde in Sanktanna der etwa 7.000 qm große NORIS BANATORIS  Park vom kath. Bischof Sebastian Kräuter eingeweiht und am 19. September 1998 in Arad der ca. 30.000 qm große Kinderpark in NORIS BANATORIS  Kinderstädtchen umbenannt. Unser 1. Vorsitzender Alf Kührt sagte hierzu u.a. in seiner Ansprache: Mögen die Kinder, die in diesem Park Spaß und Erholung suchen, in einem vereinten Europa aufwachsen und wir freuen uns, dass die NORIS BANATORIS dazu beigetragen hat, eine Brücke der Freundschaft zwischen Deutschland und Rumänien zu schlagen.

1999, zum Tag des Kindes am 1. Juni, waren wir wieder im Banat und konnten in Arad einem Kinderprogramm beiwohnen, das von Kinderheimen gestaltet und im Fernsehen übertragen wurde. Als Geschenke übergaben wir rund 400 Stofftiere, 100 kg Bonbons und weiteres Spielzeug.

Im Jahre 2000 waren wir zweimal in Sanktanna, wo wir wieder als Spender für die deutsche Schule auftraten und zum Kirchweihfest ein Feuerwerk beim NORIS BANATORIS - Park zündeten.

Am 19. August 2001 fand in Arad, auf unsere Initiative hin, die Gründung der 1. Karnevalsgesellschaft Rumäniens, der NORIS ARADORIS, statt. Die Aktiven unseres neuen Patenvereins werden mit Kostümen und Accessoires aus unserem Fundus eingekleidet. Hier werden besonders in der Jugendförderung neue Wege beschritten. Die ARADORIS wurde sofort in die FEN (Föderation Europäischer Narren) aufgenommen. Sie sind unterdessen so gereift, dass ihre Veranstaltungen im NORIS BANATORIS -Kinderstädtchen (auch Benefiz für rumänische Fluthilfe) im Fernsehen live übertragen werden.

Maßgeblichen Anteil an unseren Tätigkeiten in den Jahren zwischen 1997 und 2003 hatten folgende Personen: Connie Bauer, Horst Fischer (Senator), Sandra Henke, Anni Knapp, Josef Knapp (2. Vorsitzender 1994 -1998), Gerda u. Alf Kührt, Josef Lutz, Brigitte u. Roland Mahr, Anita u. Kurt Meußel, Ute u. Dieter Nikolasch (2. Vorsitzender seit 1998), Franz Ruff und Gerhard Schimkus.

Zum Sessionsauftakt am 8. November 2003 stellten wir unsere neue Fahne vor, die auf der Vorderseite das Vereinswappen und auf der Rückseite unsere Symbole (Hänsel- und Gretl-Spiel, Mugge und Till) dokumentieren.

In einer Karnevalsgesellschaft gibt es aber auch ein normales Vereinsleben, dessen Höhepunkt natürlich der Fasching mit seinen zahlreichen Auftritten ist. Seit vielen Jahren ist unsere Prunksitzung ein beliebter Treffpunkt für Alle, die sich im festlichen Rahmen bei einem abwechslungsreichen Programm aus Unterhaltung, Show und Musik in die Welt der Narretei entführen lassen wollen. Und auch der Zuspruch zu unseren Kinderfaschingsbällen zeigt: unser Konzept geht auf.

Neben einer monatlichen Info bringen wir in Farbdruck jährlich eine 68-seitige Broschüre heraus, in der unsere knapp 100 Akteure (von den Minis über die Junioren, Große Garde und Tanzmariechen bis hin zum Showballett usw.) bildlich vorgestellt werden, aktuelle Berichte stehen, unser Jahresorden beschrieben und auf unsere Veranstaltungen hingewiesen wird. Diese Broschüren werden für unsere Aktiven immer mehr zu einer Chronik ihres karnevalistischen Wertegangs.

Aber auch in der maskenlosen Zeit sind wir mit einem bunten Freizeitprogramm rege. Mindestens einmal im Monat organisieren wir etwas für unsere Mitglieder, u.a. Abschlussessen, Maiwanderung, Sommerfest, Bildungsfahrten in europäische Zentren, Radtour, Kegelturnier, Hüttenwochenende, Schlachtschüssel, Weihnachtsfeier usw.

Wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen, haben aber unsere Ziele und Grundwerte nie aus den Augen verloren. Obwohl die Struktur unseres Vereins anfangs belächelt wurde, haben nun die meisten erkannt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wir stehen für Tradition und Weltoffenheit, Kinder- und Jugendförderung, aber auch für Kontinuität, Beständigkeit und Vielfalt.

Stoßen wir auf die nächsten Jahre mit einem dreifachen BANA  BANA  NORIS und mit Wischinata (Weichsellikör) und fränkischem Bier an und wünschen uns, dass auch die kommenden Zeiten viel positiven Stoff für einen weiteren Rückblick liefern.